Kirche

Die Kirche im Dorf Rjasne

02.06.2009

Als die Wandbilder der Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit in der Zeit des erhabenen Jubiläums – 2000 Jahre nach Christi Geburt vollendet waren, schenkten die Künstler der Drohobytscher Gemeinde einzigartigen vollen vom nationalen Charakter vollkommenen geistlichen, künstlerischen Komplex, der man mit Recht in die Listen der schönsten Tempel der großen Ukraine eintragen kann.

Eine wichtige Seite des schöpferischen Werdens von Drohobytscher Malern-Monumentalern wurden die Bemalungen der Peter-Paul-Kirche in Rjasne und neben Lwiw. Das allgemeine Schema der Unterbringung von Wandbildern der Kirche im Dorf Rjasne ausarbeitend sich vor allem nach anspruchsvollen Unterweisungen des Dekans vom Tempel richtend, ohne insbesondere über die Trennungsstriche der kanonischen Schriften hinauszugehen zeigten die Künstler wieder das Können nichttraditionell auf neue Art die Komposition ihrer Gemälde auszuführen. Wie auch auf den vorigen Objekten brachte die Architektur des Baus ihre Korrektive. Gegründete als kleine Basilika mit neoromanesken Merkmalen Kirche erhielt im Ergebnis der vor kurzem geschehenen Ausdehnung und Rekonstruierung vergleichsweise nicht einfache für Malerei innere Umriße, die das helle Tageslicht entzogen sind, das in Anbetracht der kleinen im Durchmesser gelängten engen Trommel der zentralen Kuppel genügend dosiert hingerät.

Fast die beleuchteste Stelle nach der Trommel ist das vom Zentralteil des Tempels durch den hohen Ikonostas entfernte, nach Westen abgebogene Heiligtum. Die äußeren Lichtströme, die die Durchschnitte der Fenster durchbrechen, vereinigen sich organisch mit dem intensiven göttlichen Leuchten der lichtvollen erhabenen Halbgestalt vom Gottvater und der Taubengestalt vom Heiligen Geist, die im Gewölbe des Heiligtums untergebracht sind. Aber trotz des Vorhandenseins von Lichtströmen überfüllt die Atmosphäre der Sehnsucht und Traurigkeit die an den Wänden des Heiligtums gemalten malerischen Bilder.

Die Szene des Letzten Abendmahls ist voll von Geheimnissen, vom Vorgefühl des erhabenen sakralen Opfers, breit auf dem Niveau der Augen an der halbrunden Wand des Heiligtums gemalt. Im Charakter des Verhaltens der gesammelten, in sich selbst vertieften, im großen und ganzen anständigen Gestalten von Aposteln, die neben sprechendem Christus untergebracht sind, werden zwei wichtige Momente des Letzten Abendmahls durchgelesen, die für Jesus Christus und für die ganze christliche Kirche in Zukunft schicksalsschwere Bedeutung hatten. Eines von ihnen ist historisch – Christus ruft aus, dass einer von den Anwesenden Verräter ist (in Komposition ist Judas mit dem Schatzkämmerchen in den Händen entfernt links von der Gruppe der Apostel dargestellt); das zweite vom theologisch-dogmatischen Charakter – die Einführung des hauptsächlichen von Heiligen Sakramenten des Christentums – des Eucharistiesakraments, das Auftakt zum Neuen Testament gab. Während des Mahles aber nahm Jesus Brot, sprach das Segensgebet, brach es und gab es den Jüngern mit den Worten: "Nehmt, esset, das ist mein Leib". Und er nahm einen Kelch, sprach das Dankgebet und gab ihn ihnen mit den Worten: "Trinkt alle daraus. Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden! " (Matthäus 26, 26 – 28). Die im Letzten Abendmahl gelegte Idee des sakralen Opfers stellen die Künstler an den Wänden der oberen Ränge des Heiligtums dar. Im einzelnen zwischen den Fenstern im Zentrum über dem Letzten Abendmahl ist nicht traditionell gemalte Komposition mit Motiv der Kreuzigung untergebracht. Das steil in die Höhe gerichtete Kreuz mit gekreuzigtem Christus ist auf dem Grund des unruhigen dramatisch gespannten Himmelscheins gemalt, der sich über Golgotha ansammelt. Den tiefen Sinn der Komposition ergänzen die Gestalt von Christus flankierenden geflügelten Halbgestalten von zwei lieblichen Engeln, einer von denen symbolisch den Teller mit Brot in der Hand hält, der andere – den Krug mit Wein. Das wiedergegebene Thema der Opferung und zugleich des Sakraments der Eucharistie deutlich ergänzt das rituelle Hochheben der Tasse über dem Kopf mit dem Priester, dessen Gestalt vom Rücken unten von der Komposition vor dem Weihaltar mit zwei angezündeten Kerzen dargestellt ist.

Nicht ganz traditionell aber rechtfertigend trugen die Künstler zwei Szenen aus Altem Testament und zwei aus Neuem Testament in das allgemeine Schema der Wandbilder vom Heiligtum ein. Im einzelnen rechts von Kruzifix ist psychologisch gespannte vom seelischen Leiden volle Szene "Das Gebet über den Kelch" dargestellt, deren ikonographische Grundlage die Ausdrücke aus Evangelium von Matthäus (26, 36 – 45) und Lukas (22, 39 – 46) geworden sind. "Darauf kam Jesus mit ihnen an ein Gehölf namens Getsemani und sprach zu den Jüngern: "Setzt euch hier nieder, während ich dorthin gehe und bete". Dann nahm er Petrus und die beiden Zebedäussöhne mit sich und begann zu trauern und zu zagen". (…) Dann ging er ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht nieder und betete: "Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst" (Matthäus 26, 36 – 37). "Und als erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn" (Lukas 22, 43).

Falls die vorhergehende Szene seelischen Schmerz des Gottes Sohnes aufdeckte, so sehen wir auf der nebenstehenden Komposition eine der letzten Episoden der tragischen Lösung von Passionen Christi – Szene "Die Krönung mit Dorn". Pinsel eines der Künstler gab genug deutlich dramatischen Moment der körperlichen und geistigen zynischen Verhöhnung über Christus wieder. Gute Beherrschung von künstlerischen plastischen Mitteln gab Möglichkeit dem Künstler nicht nur deutlich die im Evangelium dargestellte Episode, wenn Soldaten die Dornenkrone auf den Kopf legen und gequälten aber nicht unterworfenen Christus in kleiden, zu illustrieren sondern auch tiefe Idee der Festigung des Gottmenschen als Zaren der Wahrheit, Allerhaltens, der in dieser Welt regiert, klar nahezubringen.

Links von der Szene "Die Kreuzigung" geht volle von der Dramatik, von der schrankenlosen treuen Liebe zum Gott, vom Glauben an Gott Szene "Die Opferung von Awraam" auf. Durch das Niveau der Vollziehung, die Tiefe der Aufdeckung vom Sinn, das emotionelle Erfüllen zeugt das Wandbild vom hohen Fachniveau der Drohobytscher Maler-Monumentaler. Neben der Szene "Die Opferung von Awraam" ist auch gut die Szene aus der Geschichte der wunderbaren Rettung des Israelitischen Volks – "Die kupferige Schlange" gezeichnet. Dieses Motiv fügt sich logisch in das allgemeine thematische Schema der im Heiligtum untergebrachten Sujets ein. Das Erheben der kupferigen Schlange von Moses in der Wüste aus den Worten von Jesus gleicht sich Seinem Heben an, das ewiges Leben den Gläubigen bringt. "Und wie Moses die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, durch ihn ewiges Leben habe" (Johannes 3, 14 – 17).

Durch Eigenart und zugleich durch gut überlegte Komposition zeichnen sich auch andere von Drohobytscher Künstlern in der Peter-Paul-Kirche in Rjasne geschaffene Wandbilder aus. Insbesondere verdienen Aufmerksamkeit im Gewölbe vor dem Altar untergebrachte zwei große episch entfaltete monumentale Wandgemälde, die den wichtigen Episoden aus dem Leben der ersten Apostel Peter und Paul gewidmet sind. Links ist die Szene "Die Übergabe der Schlüssel Heiligem Peter" ("Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben und was du auf Erden bindest, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösest, das wird im Himmel gelöst sein"!" (Matthäus 16, 18 – 19)), rechts ist die Szene "Die Umkehrung von Saul" ("Schon war er auf seiner Reise bis in die Nähe von Damaskus gelangt, da umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, Er fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die ihm zurief: "Saul, Saul warum verfolgst du mich" Er fragte: "Wer bist du, Herr" Dieser antwortete: "Ich bin Jesus, den du verfolgst". (Handlungen 9, 3 – 5)). Die auf Grund der Bibeltexte geschaffenen Kompositionen der beiden Bilder nicht nur genug deutlich den Gehalt illustrieren, sondern auch ihre Bedeutung im komplizierten Prozess der Festigung der christlichen Lehre, des Werdens der Weltkirche klar erklären.

In den Kompositionen "Die Übergabe der Schlüssel Heiligem Peter" und "Die Umkehrung von Saul" gelegte Idee des Werdens und der Entwicklung der Weltkirche, Idee der Umkehrung und des Predigens, des Nahebringens des Gottes Wortes wie es vor Zeiten Apostel Peter – der Lehrer der Juden und Paul – der Lehrer der Heiden machten, zieht sich durch gehend in anderen im Gewölbe dargestellten Wandbildern und führt logisch uns zum Bewußtsein der Wichtigkeit des Heranziehens des ukrainischen Volkes und der Kirche zur christlichen Weltgemeinde. In diesem Kontext erwerben im Gewölbe beim Eingang gezeichnete Kompositionen "Kyrylo und Mefodij" (rechts) und "Annehmen der Union" (links) besondere Aufmerksamkeit. Ideen der Festigkeit des Glaubens und der Einigkeit, die in Sujets der fachlich gemalten Kompositionen gelegt sind, rufen begleitete Texte aus.

Auch meisterhaft gezeichnete Kompositionen anderer Teile der Peter-Paul-Kirche in Rjasne sind voll vom tiefen theosophischen Gehalt. In der jetzigen Zeit realisieren die Künstler des Drohobytscher Vereins erfolgreich ihr Schaffenspotential in der Kirche der Himmelfahrt Mariä in Starij Kossiw. Schon heute beeindrücken polychrome Bemalungen der Himmelfahrtskirche von Originalität und Panorama des Zeichens. Besonders eigenartiges Klingen verliehen die Künstler der Gestalt von Christ Pantokrator, der in der Umgebung von vier Erzengeln und vier Seraphen im Tempelraum unter den Kuppeln herrscht. Nach der endgültigen Vollendung der Malerarbeiten wird die Kirche in Kossiw nicht nur Schmuck der Kirchengemeinde sein, sondern auch, wir hoffen darauf, wird zu den besten modernen kirchlichen Wandmalereiensembles gehören.

Es bleibt nur den Künstlern zu wünschen auch von nun an das hohe Niveau der meisterhaften Ausführung der sakralen Werke aufzubewahren, in Wandbilder den tiefen Sinn des Gottes Wortes einzuflößen, ihn wahrheitsgetreu jenen nahezubringen, wer ihn braucht.

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