Drucken

Presse

Drohobytscher Künstler (Zeitschrift "Die Jetztzeit, № 1. 1 – 160". Auszüge)

02.07.2009 "Das Licht ist Wahrheit, das ist ein unverrätischer Orientierungspunkt. Manchmal fast gelingt es uns jenes Licht zu berühren, in Wirklichkeit zu zufliegen. Und dann fallen wir ins Dunkel mit verbrannten Flügeln, mit Tränen der Beleidigung und des Unverständnises. Wir streben nach dem dauernden Bewußtsein unseres Schicksals. Wir wollen einen ununterbrochenen Flug zum Licht …" In diesen Reihen spricht anscheinend der zeit genössische Schriftsteller Konstjantyn Moskalez von Grundmomenten des Schaffens und des Strebens des Künstlers, obwohl das Licht mehr eng – als Element der darstellenden Kunst, sagen wir, der Malerei erklärt werden kann… [1].
Im gewissen Moment beschloßen einige junge Drohobytscher Künstler sich zu vereinigen, die Gruppe unter dem Namen DAK bildend. Solcher deutliche Name bedeutet nichts anderes als "Drohobytscher Assoziation der Künstler". Mann kann nicht sagen, dass es vor dieser Vereinigung keine Versuche gab mehr oder weniger sein Schaffen mit der Gruppe zu offenbaren. Selbstverständlich, es handelt sich um gemeinsame Ausstellungen und auch um Kataloge oder um Kunstmappen. Die Zerstörung des totalitären Reiches wurde nicht nur durch das Fallen oder durch die Entthronung der Idole, der Ideologie, sondern auch durch die Deformierung und bedeutende Entwertung der künstlerischen Institutionen begleitet. In voriger Epoche waren gewisse Traditionen ausgearbeitet, die die Sicherung der Künstler nicht nur mit den notwendigen Stoffen, Bestellungen, sondern auch mit der Auflage der einfachen Druckproduktion betrafen. Das ist etwas anderes, dass nicht alle Künstler den Zugang zu den Vorrechten und Bestellungen hatten, denn das Schaffen wurde "dicht" ideologisch "durchgesiebt".
Neue Epoche mit ihren Änderungen der Stereotypen enthüllte neue, aber ungewohnte Perspektiven für Künstler. Eine gewisse Öffnung der Grenzen, die Freiheit des Schaffens (bis zur völligen Gleichgültigkeit jener, die sich zu sorgen und schöpferische Ideen und ihre Autoren, vor allem die Jugend zu unterstützen hätten) stellte die Maler vor die Wahl: entweder mit schwerer rastloser Arbeit einen undankbaren und unbekannten Weg des Künstlers-Professionellen zu beschreiten oder die Reihen der neuzeitlichen Sklaven Europas in der Eigenschaft als wenig qualifizierte Arbeitskraft nachzufüllen.
Es ist hier passend hinzuzufügen, dass "Kleinqualifikation" dieses Mal nicht ganz deutliche Definition ist: ein gewöhnlicher Absolvent-Künstler der künstlerischen Hochschule kann mit seinen Händen aus Holz (Glas, Metall u. a.) unvergleichbar mehr machen als ein gewöhnlicher Arzt, Pädagoge oder Musikant. Ein zeitgenössischer Maler soll gebildet sein. In der Regel sind das die Absolventen der künstlerischen Lehranstalten (Colleges) und Akademien. Was die Helden unserer Skizze – Begründer von DAK anbetrifft, so studierte die überwiegende Mehrheit an der Ushhoroder Lehranstalt der angewandten Kunst (Ja. Danyliw, M. Olesjak) an Lwiwer I. Trusch-Lehranstalt der angewandten Kunst (S. Bulko, Ja. Balandjuch, L. Mykytysch, N. Chomyk) das Studium an der Lwiwer Kunstakademie (Ja. Danyliw, I. Oryschtschak, M. Olesjak, N. Chomyk, S. Rydwanezkij, Ja. Balandjuch) und am Polygrafischen I. Fedorow-Institut (S. Bulko) fortsetzend. Diese Tatsachen detaillierend muß ich mich weiter nur auf einige Namen beschränken, die übrigen auslassend, die aber auch werte künstlerische Leistungen haben. Aber außerdem bildhaft sagend kann DAK noch nicht alle "decken" auf der Anfangsstufe des Werdens verbleibend.
Serhij Bulko zeigte sich als ein interessanter Porträtist. Seine Werke in diesem Genre sagen mit deutlichen Zügen der Porträtierten, die der Maler nicht nur bemerkte, sondern auch deutlicher machte. Für seine Landschaften ist Meisterhaft und Originalität kennzeichnend. Heute arbeitet er fruchtbringend im Genre der kirchlichen Bemalung. Das Bojkiwer Kolorit, besonders sein unverrückbares Objekt – das Haus interessiert auch Jaroslaw Balandjuch. Im Zyklus "Die Reisen durch Bojkiwschtschyna" schlägt der Künstler expressiv, mit geschärfter Koloristik seine Deutung der traditionellen Landschaft vor…
…Ein anderes Gebiet der darstellenden Kunst, das aktiv Drohobytscher Künstler ausarbeiten, ist Sakralkunst. Nicht alle beschäftigen sich mit ihr, nicht alle sind einbezogen und das fordert wahrscheinlich keine besondere Erläuterungen. Offen gesagt ist für jetzige Epoche der bedeutende geistige Schwung trotz aller sozial-wirtschaftlichen Probleme in der ganzen Ukraine kennzeichnend. Es wird durch Modernisierung und Restauration der alten Tempel und durch intensiven Aufbau der neuen begleitet. Auf Hintergrund, ehrlich gesagt, der nicht zu Ende gebauten und zerstörten Schulen, Museen und Bibliotheken, die vorwiegend nach dem bestrafenswerten restlichen Prinzip ausgebessert werden, beeindrückt gerade die Wiedergeburt des Tempelreichtums besonders in der Westukraine. Wie es scheint, gehören die künstlich "aufgewärmten" Konflikte zwischen den Orthodoxen und Griechisch-Katholiken nach und nach der Vergangenheit. Zum östlich-byzantinischen Zweig des Christentums gehörend werden diese Kirchen nach vielen Jahren der gottlosen Willkür allmählich selbständig. Einige Helden unserer Erzählung schmücken schon seit dem Anfang der 90-ger Jahre gründlich und vollendet die Tempelorthodoxe und auch griechisch-katholische. Das sind Ihor Oryschtschak, Serhij Bulko und Jaroslaw Balandjuch. Aber diese Kunst fordert außer anderem große körperliche Anstrengungen, zeitweilige künstlerische Vereine aus ein paar Personen bilden sich (den oben erwähnten schließen sich interessante und arbeitsame Ihor Leskiw, Jewhen Chrunyk u. a. an).
In der Sakralkunst zeichnet man außer der Architektur Ikone, Bemalung und Mosaik aus. Die Skulptur, die für den westlichen Zweig des Christentums kennzeichnender ist, wird auch heute geschaffen, obwohl sie selbstverständlich aus verschiedenen Gründen bedeutend kleineren Platz einnimmt.

Die Malerei hat vielhundertjährige Geschichte, die durch verschiedene Tendenzen gekennzeichnet ist. Es gab Zeitspannen der bedeutenden Blüte, die durch Geburt der neuen regionalen Ikonenmalereischule mit interessanten, aber noch wenig bekannten Namen der Lokalmeister begleitet wurden. Es gab auch Perioden des Verfalls: die Herrschaft des totalitären Systems mit seiner Ablehnung der Religion verursachte unverbesserlichen Schaden. Die Apologie der religiösen Bilder war vor vielen Jahrhunderten ausgearbeitet, obwohl sie durch bekannte Tendenzen (Ikonoklasmus u. a.) bezeichnet ist. Der erste, wer breit das Wesen der religiösen Bilder begründete, war der Heilige Ioann Damaskin (ungefähr 675 – zum 754). "Zeichne Seine unsagbare Gnade, Geburt von der Heiligen Jungfrau, Taufe in Jordan, Verklärung auf Tawar, Leiden, Gleichgültigkeit, Tod, Wunder – Symbole Seines göttlichen Wesens, die sich auf göttliche Weise durch die Funktion des Leibes verwirklichten; Rettungskrenz, Grab, Auferstehung, Himmelfahrt – zeichne alles – mit dem Wort und mit den Farben. Fürchte dich nicht, schrecke nicht zurück", – das sind Einstellungen des Theologen, die ihre Aktualität bisher nicht verloren. Diesen Weg in der Malerei wählend kennen Drohobytscher Künstler nicht nur diese Grundlagen, die Umrechnung der Grundthemen / – sujets enthalten. Sie sind im Bilde über Kanone der sakralen Malerei. In den 80-ger Jahren an künstlerischen Lehranstalten studierend, die durch ihre Traditionen, berühmte Namen bekannt sind, übernahmen sie jene oder andere Methoden, Weisen, sogar Manier. Die Zeitspannen der gesetzmäßigen Nachahmung vergingen mehr oder weniger rechtzeitig bei jedem Maler. Und sie wurden schneller überwunden, wenn er größeres Talent besitzte und begeistert von Besessenheit und Eifer fruchtbarer arbeitete. Unter Drohobytschern sind verschiedene nach dem Niveau der Begabung und der erwähnten Besessenheit Persönlichkeiten. Übrigens sind sie im Alter von fast 40 Jahren (ich habe im Auge Künstler von DAK): jemand ging schon über diese Grenze, aber jemand kommt heran.
Auf Sakralkunst zurückkommend muß man an ein paar Grundlagenwahrheiten erinnern (die Fachleute kennen sie gut und die Gläubigen vermuten unwillkürlich). Nicht nur Sujets spielen eine Rolle in der kirchlichen Kunst, sondern auch das Licht, die Farbe und das ganze System der Symbole, die konkrete Zeichen widerspiegeln, die Gestalten. In der Realisierung des Schönen spielt eine wichtige Rolle die Farbe, die das Licht modifiziert. Der besondere Effekt beim Begreifen der Tempelhandlung wird gerade bei der gewissen wechselhaften Beleuchtung im "Einbeziehen" des Lichtes / der Farbe von Ikonen, Bemalungen und Mosaiken gelangt. Die Symbole, die gleichzeitig Zeichen, Gestalten sind, haben viele Bedeutungen abhängig vom Kontext. Obwohl es gewisse Unterschiede (nationale, mit der Epoche / Zeit verbundene, konfessionelle) und Vieldeutigkeiten in der Sakralkunst gibt, doch bestehen die Symbole mit gewissem zweifachem Ziel: zugleich die Wahrheit zu entdecken und zu verbergen. Das geistige Gebiet der seelischen Verfassung beeinflussend wirken sie auf ihr unterbewußtes Gebiet. In den vergangenen Zeiten war die Sakralkunst in hellen visuellen und tönenden Gestalten ein notwendiges und manchmal einziges Erkenntnismittel des Universums und Absoluten. Aber "das Lesen der Information" der Sakralkunst ist nicht eindeutiger Prozess, wie es scheinen könnte. Der zeitgenössische Mensch beherrscht symbolische Sprache der Religionsymbolik genug kompliziert trotzdem er bis an die Zähne mit wundersamsten Erfolgen der Zivilisation (die Unzahl der verschiedensten Information tragen) bewaffnet ist. Außerdem stehen Jahrzehnte des Atheismus und der Einführung des Realismus (sozialen Realismus) mit seinem totalen Trugbild, materialistischen Streben das Offenbare zu erkennen und mit absoluter Ablehnung der Bedingtheiten und Symbolik im Wege. Die Traditionen der Zeichen, der Farbe, die in Angesichtern, Posen (z. B. traditionell gelängte Verhältnisse des Körpers hätten die Zustände der Vergeisterung, Verklärung hervorzuheben) aufgedeckt sind, einzelner Details (z. B. "die Achtung" zu den Händen) entwickelten sich gewiß. In Neuzeiten verwendete nicht nur ein Meister die Methoden der realistischen Malerei mit der licht-schattigen Modellierung der Angesichter, Element des Naturalismus. Außer der direkten Perspektive (in alten Ikonen – die sogenannte "Rückperspektive") wurden bei einigen Künstlern modernere Tendenzen der Malerei bemerkt, die offen gesagt für Künste des Westens mehr charakteristisch sind. Zum Gesagten kann man noch viel hinzufügen, aber es sollte ein notwendiges Vorspiel zur künstlerischen Arbeit von Drohobytschern sein, die Kompliziertheit der Aufgabe einsehend, die vor ihnen erscheint, künstlerische (und nicht nur) Probleme jedes Mal von neuem lösen sollen. "Nicht nur" bedeutet in diesem Kontext, dass die Ausführung der Arbeit auch von anderen Besonderheiten der Bestellung abhängt: der "Hauptdiktator" bleibt, wie es scheint, Dekan des Tempels.
Von seinem Bildungsgrad, Verständnis der Synthese, der Ganzheit aller künstlerischen Komponenten hängt genug viel ab. Serhij Bulko schmückt gemeinsam mit Ihor Oryschtschak den neugebauten (den größten nach den Ausmaßen in der Region) Tempel der Himmelfahrt Mariä in Starij Kossiw des Iwano-Frankiwsker Gebiets, der bald geheiligt werden wird. Man sagt, dass man einen Teil der Arbeit vollendend (die Bemalungen des Gewölbes vom Tempel) das Gerüst abgenommen habt. In dieser Zeit kamen die Leute in den Tempel mit dem Ziel das Gemachte zu sehen hinein. Vom Gesehenen sanken sie beeindruckt von der Macht der Kunst auf die Knie.
Im Schaffenswerk unserer Künstler sind schon viele Tempel, die sie bemalten oder mit Mosaik schmückten. Das sind das Hoschiwer Kloster, die Kirche in Luzk, im Dorf Tschajkowytschi des Sambirer Bezirks, die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Drohobytsch (I. Oryschtschak, S. Bulko, I. Leskiw, Je. Chrunyk). Ja. Danyliw und Ja. Balandjuch führten das Triptychon-Mosaik in der erwähnten Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit aus. Ja. Balandjuch vollzog außerdem das Mosaik in der Kirche im Dorf Chloptschyzi des Sambirer Bezirks. Im Drohobytscher Tempel gelang es den Künstlern nicht nur "harmonisch die Farben der Wandbilder auszusuchen und maximal die Ornamente der Vorbemalung aufzubewahren" und Ikonen zu erhalten, sondern auch neue Bemalungen und Ikonen mit Darstellung der Angesichter von Neumärtyrern, deren Teil während des Besuches von Papst Paul dem Zweiten in die Ukraine ausgerufen wurde, zu schaffen. Dazu füge ich hinzu, dass die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit in Drohobytsch Zentrum des Feierns vom zehnten Jahrestage des Sambirer-Drohobytscher Kirchensprengels UGKK war, und aus dieser Gelegenheit wurde wissenschaftliche Sammlung "Sakralkunst von Bojkiwschtschyna (Sechste wissenschaftliche Drahaniwer Lektüren)" von ihm gemeinsam mit Museum "Drohobytschyna" herausgegeben.

Gewiß ist es kompliziert im Zeitschriftenaufsatz die Merkmale des Schaffens sogar eines Malers zu beschreiben und was kann man vom künstlerischen Verein sprechen? Vom Gesehenen (nicht nur auf den Reproduktionen) in Werken von Drohobytschern beeindrückt nicht nur der Fleiß, die Pedanterien oder besonderer Ernst der Absichten, sondern auch ein besonderer Zustand des Schwungs, der Schönheit von Gestalten, die durch Monumentalität und Koloristik verstärkt sind. Dem Kanon entsprechend ist das optimistische Pathos sogar in Bildern des tragischen Sinns ("Kruzifix", "Das Herunternehmen vom Kreuz", "Das Beweinen" u. a.) wahrnehmbar. In Ikonen ist Nachricht über die Auferstehung (Symbol von Christus, der "mit dem Tod den Tod überwand").
Unter anderem, wenn es viele Erinnerungen an Musik, Musikinstrumente, deren Rolle in der Verherrlichung Gottes kolossal ist, in der Heiligen Schrift gibt, so sind nur Andeutungen über die Malerei (Ikonenmalerei, Skulptur u. a.). Meiner Meinung nach ist sakrale Musik heute sehr mannigfaltig und setzt fort sich schnell zu "modernisieren" (besonders dank den Anstrengungen von den jetzigen protestantischen Kirchen). Die darstellende Kunst bleibt doch traditioneller. Das Schaffen von Drohobytschern bestätigt das: riesige Gestalten der sich in Gedanken vertieften und zierlichen Apostel, Propheten, äußerste Gestalten von Jesus Christus und Mutter Gottes. In der Synthese der Architektur, Maler gemeinsam mit dem Gesang, der Predigt, den Elementen der Dramatisierung soll ein besonderer Effekt gelangt werden. Wichtig ist auch das Problem der Einigung seiner individuellen Merkmale mit Besonderheiten der Partner aus dem "Ensemble" der Ikonenmaler. Sich an die Worte des hervorragenden Kenners der geistlichen Kunst der Gegenwart wendend merken wir an, dass die Maler "große geistige Einigkeit der Ukrainischen Kirche im in Teile geteilten Staat" fortsetzen. [3]
Von der kirchlichen Kunst sprechend ist es doch interessant die Frage des Sakralen im breiten Kontext anzuschneiden. Sacrum und Profanum sind lebenswichtige Begriffe, ihr Fassen wenigstens im Kontext einer der Künste, sogar in der "lokalen" Erscheinungsform der Seiten des Schaffens von den Malern einer Stadt, einer Epoche gibt uns viel. Der auserlesene Begriff der Erscheinung des Sakralen kann auf den ersten Blick überflüssig oder nicht vorhanden sein. Aber die Praxis der Vergangenheit nicht nur im Weltkontext, sondern auch im ukrainischen zeugt, dass die Heiligkeit vereinfacht gesagt immer vorhanden ist.
Immer! Was bedeutet Gott?
Nicht Licht, Geist und Leib,
nicht Glauben und Liebe
nicht Gespenst und Ding,
nicht das Böse und das Gute,
Er ist nicht im Großen und auch im Kleinen
Er ist sogar nicht das, was man Gott nennt.
Er ist nicht Gefühl und Gedanke,
nicht Klang, und nur das,
worüber niemand von uns allen weiß.
… Der Verein bildet sich. Die Teilnehmer der DAK haben neue Ideen. Es besteht Hoffnung, dass man sie in die Wirklichkeit umsetzt und dass sie neue Seiten der Kunst der Ukraine öffnen.
Zurück zum Artikel